Freitag, 13. Dezember 2013

Albträume.....Nachtschreck......und ähnliches Getier

Meine kleine große Tochter hat so manche Unart von mir übernommen. Unter anderem leidet sie, wenn sie krank wird oder sie sich Sorgen macht (Lampenfieber vor einem Schulauftritt) an Albträumen, wie ich es als kleines Mädchen auch tat.
Immer 1 bis 1,5 Stunden nach dem Einschlafen taucht meine Tochter dann in eine Traumwelt ein, die sie weinen, schreien und zittern läßt und mir und Herrn Blechbläser turbulente 15 Minuten beschert.
Bisher jedenfalls.

Sie wird niemals wach dabei und lässt sich auch nicht wecken. Selbst wenn sie mich ansieht und mit mir spricht ist sie nicht wach, sondern noch in ihrer Traumwelt gefangen. Bislang hatten wir immer größte Schwierigkeiten sie während dieser Zeit zu beruhigen und wieder in einen ruhigen Schlaf zu bringen. Alles was wir taten brachte letztendlich keinen Erfolg und sie mußte mit dem Traum und ihrer Angst alleine fertig werden. Das hat auch schon mal eine Viertelstunde gedauert.

Das war total frustrierend, obwohl ich wußte, daß ihr diese Träume nicht schaden und sie sich am nächsten Morgen nie an das Geträumte erinnern kann.

Seit einiger Zeit haben wir aber einen Trick gefunden um sie in kürzester Zeit wieder zu beruhigen.
Diesen Trick möchte ich gerne mit anderen Eltern teilen, die sich vielleicht auch fragen, wie sie ihren Kindern über den Albtraum hinweg helfen können. Der Trick ist recht einfach und er funktioniert bei meiner Tochter zuverlässig gut.

Ich baue mich in den Traum meiner Tochter ein. Da sie während des Albtraums einigermaßen artikuliert sprechen kann (sie ist 8 Jahre alt) ist meine erste Frage immer:
"Bist Du in Deinem Zimmer?" Meistens ist die Antwort "Nein!" "Wo bist Du denn?" Auf diese Frage kann sie häufig nicht antworten, manchmal aber schon. Beim letzten Traum wußte sie nicht, wo sie ist und da habe ich ihr gesagt: "Egal wo Du jetzt bist und was passiert, ich komme zu Dir. Siehst Du mich? Und jetzt hebe ich Dich hoch und bringe Dich nach Hause!" Dabei hole ich sie aus dem Bett und nehme sie auf den Arm. Dann simuliere ich den Weg nach Hause. Ich laufe ein wenig im Zimmer herum und beschreibe ihr den Weg dabei: "Jetzt laufen wir nach Hause. Da ist es ja schon. Jetzt gehe ich mit Dir die Treppe hoch und in Dein Kinderzimmer. Schau mal! Der Papa ist auch da. Jetzt ist alles wieder gut. Du bist in Sicherheit! Ich lege Dich in Dein gemütliches Bett und Deine Stofftiere warten schon auf Dich!"
Dann lege ich sie wieder ins Bett und spreche weiter mit ihr. Sage ihr, daß sie nun ganz in Ruhe einschlafen darf und sie nun in Sicherheit ist. Manchmal singe ich ihr nochmal ihr Schlaflied als bekanntes Einschlafritual.

Und zack! Mein Mädel hat sich in ungefähr drei Minuten beruhigt und schläft ohne zu weinen und sich zu fürchten weiter.
Je nach Traum muß ich das ein wenig abwandeln.

Wichtig für mich ist: Mit meiner Tochter sprechen (als wäre sie wach), versuchen herauszufinden, was gerade mit meinem Kind passiert. Mich in den Traum sprechen und meine Tochter schützen und im Traum in einen sicheren Bereich bringen, denn die reale Welt ist in diesem Augenblick für sie nicht relevant. Meine Tochter arbeitet im Traum mit und nimmt mich als Ankerschnur um sich zu beruhigen.

1 Kommentar:

  1. Liebe Juliane,
    das ist wohl die liebevollste Idee die ich jemals gehört habe mit den Albträumen der Mäuse umzugehen.
    Deine Idee ist klasse. Mich fasziniert, dass Deine Tochter trotz der Schreckenssituation Dich und Deine Stimme wahr nehmen kann und Deine Sicherheit wahr nimmt.
    Ich wünsche Euch, dass die Albträume schnell vorbei gehen und Ihr alle wieder ruhig schlafen könnt.
    Danke fürs Teilen.
    Ganz libe Grüße und einen wunderschönen 3. Advent für Euch alle schickt Dir von Herzen
    Kirsten

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