Dienstag, 31. Juli 2012

Ganz liebe Post............

.............habe ich heute aus dem Land der Vulkane bekommen. 
Da lag doch glatt ein mysteriöser Umschlag in meinem Briefkasten und ich habe mich schon gefragt, ob ich nun bereits im völligen Wahnsinn eine Bestellung getätigt habe, an die ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern kann....... Aaaber weit gefehlt.

Die liebe Gerti (noch ohne Blog, soweit ich weiß) hatte mir ein ganz liebes Überraschungspackerl geschickt. Dabei hatte ich gar nicht das Gefühl, so eine Ehre verdient zu haben. *rotwerd*
Schaut doch mal, was ich aus den Falten des Umschlages holen durfte:

Einen Bilderrahmen in Patchwork genäht. Ist der nicht superklasse?
Ich freue mich riesig, denn das ist mal eine spitzen Idee und ich finde ihn so schön.

Er hat direkt erst einmal einen Ehrenplatz über unserem Eßtisch bekommen.
Dort haben wir einen "speziellen Spezialkronleuchter" hängen und der dient uns als
Chandelier Of Fame für die schönen Basteleien unserer Mädels oder für andere wunderbare Dinge,
die wir täglich genießen möchten.
 
Liebe Gerti, vielen vielen Dank für die schöne Überraschung.
Ich freue mich gerade riesig.

Freitag, 27. Juli 2012

Bundschuhe für den Alltag...........

Da ich so begeistert war vom Tragekomfort meiner wendegenähten Schuhe, wollte ich auch noch ein paar Lederflitzer für zu Hause haben. Einen Rest Leder hatte ich noch und dann mußte ich einen Moment überlegen, denn die rechte Lust zum Nähen wollte sich nicht einstellen. Also habe ich mich für Bundschuhe entschieden. Die müssen nämlich nur gefädelt werden und fertig ist der Schuh. Das Schnittmuster habe ich bei mittelalter-gewandung.net gefunden und mir auch gleich ausgedruckt.

Nach ein wenig malen, schneiden, lochen, fädeln, anprobieren, nochmal alles lösen, schneiden und neu lochen und fädeln waren sie dann fertig.

Meine Bundschuhe für den Alltag in Haus und Garten.
Das Laufgefühl ist wunderbar. Der Schuh liegt eng an und schützt den Fuß. Durch das dünne Leder habe ich aber das Gefühl barfuß zu laufen.
Die Spitze ist gerafft mit einem Lederriemen.
Die Fersennaht habe ich mit einer geflochtenen Baumwollschnur geschlossen. Die runde Lederschnur mußte ich wieder entfernen, denn sie begann bereits nach 10 Sekunden die Haut an meiner Ferse zu zerfetzen.
Ein Tragefoto von oben.
Ein Tragefoto von der Seite.
Das für meine Größe ausgedruckte Schnittmuster habe ich zunächst auf ein altes Stück Stoff übertragen und dann habe ich erst einmal ausprobiert, ob mir der Schuh auch passt. Natürlich passte er nicht und so habe ich noch ordentlich an meinem Stoffschnittmuster gearbeitet (sprich: geschnippelt). Erst als ich mir sicher war, das der Schuh nun richtig ist, habe ich das Muster auf das Leder übertragen.
Tip: Nehmt nicht direkt eine Lederschnur um den Schuh zu schnüren. Ich habe zunächst einfaches dickes Wollgarn genommen und ich habe eine Menge Abfall produziert, weil ich noch einen Keil aus der Ferse ausgeschnitten habe und zum Anpassen die Fersennaht mehrmals öffnen und schließen mußte.

Erst ganz zum Schluß habe ich die Lederschnur und die gute Flechtschnur genommen.

Jetzt haben sich bereits heute Morgen meine kleinen Mäuse zu Wort gemeldet und wollen auch Lederflitzer haben. *seufz* Was tut Mama nicht alles......... Also erst einmal Leder besorgen..........

Donnerstag, 26. Juli 2012

Meine wendegenähten Schuhe...........

.....sind fertig geworden und ich bin recht zufrieden mit ihnen.
Der Sitz ist ganz hervorragend. Da rutscht und drückt nichts und durch das dünne anschmiegsame Leder habe ich das angenehme Gefühl Handschuhe für die Füße zu tragen.

Bei meiner Suche nach Schuhbauanleitungen waren mir zwei Anleitungen sehr hilfreich. Zum Einen die Bauanleitung von Fabricus, die ich auf der Homepage der Communitas Monacensis gefunden habe,
zum Anderen die Bauanleitung, die bei Tempora Nostra zu finden ist.

Als Material habe ich einen Rest Polsterleder gekauft. Rindleder Nappa in schlamm mit einer Stärke von 1,2 bis 1,5mm. Ich habe sowohl Schaft, als auch die Sohle aus diesem Leder gearbeitet.
Zuerst einmal habe ich an meinem Fuß Maß genommen und dabei sind folgende Schnittmuster entstanden.

Sohle (mit verlängerter Spitze)
Schaft 
(hierbei habe ich einen gedanklichen Fehler gemacht und das Stück, was um die Ferse geht, an die falsche Seite des Schaftes gepinnt. Den Fehler habe ich erst bemerkt als es zu spät war, so das mein erster Schuh die Schnürung an der Außenseite hatte. Sie muß aber Innen liegen. Das habe ich dann nochmal nachträglich umgeändert, so das ich zwar eine Naht zu viel habe, aber die Schnürung auf der Innenseite ist.)
Dann ging es ans Nähen. Erst die Löcher vorstechen und dann die Nadeln durch die Löcher ziehen.
Ich habe einen Faden genommen und ihn an beiden Enden mit Nadeln ausgestattet und durch jedes Loch einmal die Nadel von unten nach oben und dann die andere Nadel von oben nach unten geführt.

Zum Vorstechen habe ich zuerst eine Makramee -Nadel benutzt. Da diese aber keinen Griff hatte, sondern nur ein Knöpfchen, war das sehr mühselig. Ich habe mir dann aus Fimo einen Griff für die Nadel geknetet und die Nadel dort eingelassen. Kurz in den Backofen und schon war mein Vorstecher fertig.

Und so sehen die fertigen Schuhe aus.Nicht schlecht für den Anfang. Die Naht am Oberen Schuh ist dem Fehler beim Schnittmuster geschuldet.
Natürlich sind die Schuhe spitz.

Damit sich das Leder auch ordentlich an die Ferse schmiegt und ich nicht in den Schuhen schlabbere, habe ich einen kleinen Keil ausgeschnitten und die Naht dann wieder verschlossen. Jetzt sitzen sie auch an der Ferse wie angegossen.
Diese Spitzen .......................... Ich kann sie nicht ausstehen .................... Ich finde sie einfach nur scheußlich ....... *seufz*......... Aber der Modegeschmack war damals ein etwas anderer als mein Geschmack heute ......................... *bah* ...................... ich weiß noch nicht genau, ob ich mich daran gewöhnen kann .......... dabei habe ich die Spitzen schon sehr verkleinert, denn an meinem Prototypen waren sie noch länger ........... *örks* .................

Schuhe selber herzustellen macht viel Spaß und das Erfolgserlebnis ist super. Ich habe noch einen Lederrest übrig, so das ich mir wahrscheinlich noch einmal Schuhe nähen werden, die auch für den Hausgebrauch funktionieren, denn mit den Schuhen an den Füßen macht das Laufen wirklich viel Spaß. Allerdings werden diese Schuhe dann ohne Spitze sein.

Montag, 23. Juli 2012

Kleines Nadelmäppchen...........

Bereits vor einigen Tagen habe ich ein Nadelmäppchen fertig gestellt. Es ist nicht so groß (Format: quadratischer Bierdeckel) und kann daher gut mitgenommen werden.

Das Bild ist etwas unscharf, aber leider habe ich das jetzt erst gemerkt. Das Nadelmäppchen ist als Geburtstagsgeschenk für die liebe Barbara entstanden und wird ihr, so hoffe ich, gute Dienste leisten.
Weißer Leinenstoff mit dickem Vlies gefüttert und mit Sockenwolle in bunten, sommerlichen Farben bestickt.
Ich wollte es bunt haben, denn draußen war das Wetter so schrecklich trist........
Außerdem kann ein wenig Fröhlichkeit nicht schaden.

Samstag, 21. Juli 2012

Genäht, gestickt, geflucht, geloopt.........

..........und das mit viel Elan, denn heute war Showtime, denn die Geburtstagsfeier von meiner Lieblingsheike stand auf dem Plan........
Nein, das ist keine Weinbuddeltüte,...............sondern ein Projektbeutel für die Handspindel. 
Natürlich muß auch noch ein wenig Spinnfaser reinpassen.
 
Der Beutel ist ca. 30cm hoch und............ca. 8cm im Durchmesser. Damit das Handspindelchen auch gut geschützt ist, habe ich zwischen Außenstoff und Innenstoff eine Schicht Molton gelegt.
Da ich mit der Hand immer knapp am Rand genäht habe um diesen auch gleich zu versäubern, habe ich mir etwas überlegen müssen um das Molton zu fixieren.
Ich habe also Sockenwolle hervorgekramt und die kleinen Kringelchen nachgestickt und dabei auch das Molton am Außenstoff fixiert. 

 Um den Beutel zu verschließen, habe ich mich mit dem Fingerloopen beschäftigt. Das verwendete Muster ist von Danny und in Petzis Spinnforum zu finden. Vielen Dank für die Vorlage. Allerdings mußte ich mich dafür in die Ruhe unseres Keller zurück ziehen, denn jedes Mal, wenn mich eine meiner kleinen Mäuse angesprochen hat, bin ich durcheinander geraten und wußte plötzlich nicht mehr, welche Schlaufe auf welchen Finger gehörte.
Natürlich kann frau das Ganze auch ein wenig umstülpen und die Fasern dann direkt aus der Tasche pflücken.
 
 Ich bin sehr zufrieden mit dem Beutelchen. Meine Nachbarin dachte erst, das es eine kleine Nackenrolle ist und hat sich direkt auch eine bestellt. Aber ich werde erst einmal die Hände in die Hosentaschen stecken und pfeifen. *flöööööööööt*

Dumm ist...........

.........wenn frau für das Fingerloopen mit 8 Schlaufen exakt 8 Gehirnzellen braucht um jeden Finger einzeln zu überwachen, aber nur 2 Gehirnzellen zur Verfügung hat............
*gnarf*

Freitag, 20. Juli 2012

Warum ich lieber mit der Hand nähe..........

...........als mit meinerNähmaschine:

Ich finde nähen mit der Hand viel entspannender.
Zu nähendes Stück auswählen, Faden suchen, Nadel auswählen, bequeme Sitzposition einnehmen und los geht's.

Da ich keine Kleidung für mich nähe, habe ich auch gute Ruhe dabei.
Es macht mir einfach viel mehr Spaß. Ich brauche keine Nähmaschine aus dem Keller schleppen und keine Spulen spulen und ich muß nicht auf dem Küchenstuhl am Küchentisch sitzen.
Ich muß nix wegräumen nach getaner Arbeit und kann meinen Nähort frei bestimmen.

Am Liebsten sitze ich in meinem uralten Lieblingsessel vom Schweden, habe die Füße hochgelegt und nadele vor mich hin. Aber ich sitze auch auf der Couch neben meinem Lieblingsblechbläser oder im Kellerbüro oder draußen im Garten.
Ach ja: Summen geht dabei auch. Bei der Arbeit mit der Nähmaschine kann ich nicht summen, weil ich meine Zunge zwischen die Zähne klemmen muß............

Meinen Vorrat an Nähnadeln habe ich in einem kleinen Mäppchen verstaut. Ich glaube, die Hälfte von uns hat so etwas Ähnliches auch in der Schule sticken müssen. Dieses Nadelmäppchen hat Herr Blechbläser im zarten Grundschulalter gestickt. Und es lebt immer noch.......
Drinnen stecken so einige Nadeln. Lange, kurze, dicke, dünne, mit großem Öhr, mit kleinem Öhr, verbogene, spitze und stumpfe............ Ich liebe sie alle und ich habe sie auch alle schon einmal benutzt.
Außerdem kann ich mit der Hand so schöne versteckte Nähte von der rechten Seite nähen. Die mag ich besonders gerne. Mit der Maschine bekomme ich das längst nicht so schön hin.

Mittwoch, 18. Juli 2012

Ja, Potztausend!

Da schaffe ich es ein Kleid zu nähen und einen Überwurf zu weben und zu nähen und an so einer schäbigen, mickrigen, elenden Kopfbedeckung beiße ich mir die Zähne aus. *grrraaaaaahh*
Es kann doch nicht so schwer sein eine Haube zu nähen, die einigermaßen passt und nicht so schrecklich auf dem Kopf aussieht, daß Herr Blechbläser bei meinem Anblick völlig paralysiert auf der Couch sitzt oder auf den nächsten Baum raufkraxelt..........*grummel*

Samstag, 14. Juli 2012

Der Überwurf für das Unterkleid.........

Ich muß schon sagen, daß es doch ein wenig Mut von mir erfordert diese Fotos einzustellen. Beim Betrachten der Bilder überkam mich nämlich gelinder Unmut darüber, daß meine Taille nunmehr überhaupt nicht mehr vorhanden ist und meine Figur eher quadratisch und praktisch ist...............*doppelseufz*
Ach! Was soll's, denn ich bin stolz wie Bolle! Tadaaaaa!

Hier bin ich in meiner ganzen Pracht und Fülle. *grins* Wie frau unschwer erkennen kann, habe ich mir den Gebrauch eines Bügeleisens geklemmt.
Genäht habe ich den Überwurf mit der gleichen Wolle, die ich auch für den Schuß gebraucht habe. Das war sehr praktisch, weil nun auf der rechten Stoffseite überhaupt keine sichtbaren Nähte vorhanden sind.
Dadurch, das ich nicht nur die graue Milchschafwolle versponnen habe, sondern auch dunkelbraune und weiße, habe ich in dem Tuch eine Stelle, die hübsch gestreift ist. Wie es der Zufall will, befinden sich diese Streifen in der passenden Höhe, sodas ich aussehe, als trüge ich bereits eine Schürze.
Wie zu erkennen ist, befindet sich in der Mitte des Stoffes ein grauer Streifen. Das ist Pommernwolle. Sie hat andere Eigenschaften als die Coopworth-Wolle im braunen Teil der Kette und zieht sich mehr zusammen, so das sich auch der Stoff mittig auf der gesamten Länge etwas mehr zusammenzieht. Ich finde das nicht besonders schlimm und kann ganz gut damit leben.
Die Seitenteile habe unterhalb der Ärmel mit einem Lederband geschnürt und so geschlossen.
Falls ich also noch Ärmel und Gehren an den Überwurf anbringen möchte, muß ich keine Nähte öffnen.
Auf der Kehrseite meiner Wenigkeit ist der Stoff ganz schlicht braungrau.. Die Ärmelausschnitte habe ich
eingeschlagen und umgenäht, damit ich wenigstens über der Schulter nicht so breit daher komme. Sehr schwer fiel es mir am Anfang, den Stoff in zwei Hälften zu teilen. Da habe ich ordentlich vor Angst geschwitzt. Jetzt, wo ich genau weiß, wieviel Arbeit es macht, bis ein Tuch fertig ist, fühlte es sich so an, als schnitte ich mir in meine eigene Haut. Abfall hat es hier nicht gegeben. Jeder Fitzel Stoff ist noch an Ort und Stelle (nur umgenäht).
Das ganze Gewand (Unterkleid und Überwurf) hat ein Gewicht von 1330g und das fühlt sich recht schwer an. Allerdings ist es sehr angenehm zu tragen und ich freue mich schon auf den Markt.
Jetzt brauche ich nur noch eine Kopfbedeckung, Schuhe, Gürtel........und was mir sonst noch so alles einfällt in meinem jugendlichen Überschwang.......*gacker*

Dienstag, 10. Juli 2012

Ich grinse gerade im Kreise.............

.............denn ich habe soeben gut drei Meter Wolltuch von meinem Webrahmen geholt. Juhuuuu! Jetzt muß ich nur noch die Kanten bearbeiten und dann das Tuch waschen und etwas walken. Etwas erstaunt bin ich darüber, daß ich von meinem 60cm breiten Webrahmen eine Tuchbreite von 59cm geholt habe. Ich hatte mit weniger gerechnet.
Allerdings wird beim Waschen das Tuch nochmal kürzer und schmaler. Ich lasse mich mal von den Endmaßen überraschen.
Im Moment bin ich einfach nur happy.

Hier ganz schnell ein paar Bilder vorab. Das Tuch ist noch naß und auch noch nicht versäubert.
Edit: Auch wenn aufgrund der zwei zeitnahen Posts der Eindruck entsteht, daß ich das Tuch in zwei Tagen fertig gewebt habe.................dem ist nicht so...............*grins* Die Fotos vom Sonntags-Post sind aus der Konserve, die ich am Freitag geschossen habe.......soviel zum Thema superschnell und ratzfatz.....

Sonntag, 8. Juli 2012

Weben für den ärmellosen Überwurf.......

Wie ich bereits erwähnte, bin ich gerade sehr fleißig bei einem Spinn-Web-Nähprojekt. *grins*
Meine Gewandung braucht noch eine "Überkleid" aus Wolle. Aufgrund der Breite meines Webrahmens und
der knappen Zeit, wird es eine Art ärmelloser Überwurf werden.

Das Kettgarn habe ich selber gesponnen. Zum überwiegenden Teil aus brauner Coopworth Wolle (sehr schön zu spinnen *summsumm*. Leider habe ich kein Bild von dem Garn gemacht) und im Mittelteil des Tuches habe ich einen grauen Streifen aus Rauhwolligen Pommerschen Landschaf aufgezogen (das braune Garn reichte leider nicht aus, also mußte ich improvisieren).

Das Schußgarn spinne ich zeitgleich zum Webprojekt. Die Faser ist Wolle vom Milchschaf von der Crazy Sheep Farm. Ich habe bis jetzt noch kein Milchschaf verarbeitet und ich muß sagen, daß mir die Wolle außerordentlich gut gefällt. Nach dem Waschen habe ich mir nicht die Zeit genommen um die Wolle zu kardieren, sondern ich verspinne direkt aus der Flocke. Das geht wirklich supergut und sehr flüssig.
Und so sieht das Ganze aus, wenn es auf dem Webrahmen ist. Ich finde es sehr ansprechend.
Der graue Streifen in der Mitte ist auch recht dezent.
Zum Weben mit selbstgesponnenem Garn kann ich nur sagen, daß es für mich eine Herausforderung ist. Da die Fasern rauh sind öffnen sich die Fächer nicht vernünftig. Die Fasern der einzelnen Kettfäden hängen sich gerne aneinander und "kleben" zusammen. Da muß ich sehr sorgfältig arbeiten und mir die Zeit nehmen mit der Hand die Fächer sauber zu öffnen. Zurückweben geht nämlich auch nicht vernünftig.
Als gute Hilfe hat sich ein Kerzenstummel bewährt und ich wachse die Fäden ein wenig.
Zwei Kettfäden sind mir bis jetzt gerissen, aber ich habe sie einfach wieder zusammengefilzt. Das geht prima und daher muß ich mich auch nicht aufregen. Wenn ich merke, das ein Faden anfängt sich aufzudröseln, dann filze ich die betreffende Stelle mit den Fingern und schon hält der Faden wieder vernünftig.

Freitag, 6. Juli 2012

Dankeschön!

Vielen lieben Dank für die vielen schönen Kommentare zu meinem Kleid.
Selbstverständlich ging so viel Lob "runter wie Öl" und ich bin auch ein paar Zentimeter gewachsen.

Danke, daß es Euch gibt, denn ohne Euch wäre das Bloggen zum Gähnen langweilig.


Erkenntnis des Tages.......

Freitags einkaufen gehen ist das Allerletzte.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Unterkleid für den Mittelalter-und Handwerkermarkt

Vor einigen Wochen trat eine Mitspinnerin unserer Spinngruppe Münster mit der Frage an uns heran, ob wir wohl Lust und Zeit hätten zu einem Mittelalter- und Handwerkermarkt zu kommen.
Nach einem Augenblick der Stille (mal abgesehen vom Surren der Spinnflügel) kam dann die vorsichtige Frage: "Müssen wir denn dann auch in Gewandung kommen oder dürfen wir Räuberzivil tragen?"
Als wir dann hörten, das es nicht nur ein Mittelaltermarkt, sondern auch ein Handwerkermarkt sein soll und es daher erlaubt sei auch in Jeans und T-Shirt aufzukreuzen, ging ein merkliches Aufseufzen durch die Gruppe und der allgemeine Konsens war: "Na wenn das sooo ist, dann komme ich gerne!"

Tja, aber irgendwie bin ich diesen Gedanken nicht mehr los geworden und die alten Leinenballen meiner Oma im Keller haben nach mir gerufen. Als dann auch noch beim letzten Spinntreffen eine von uns ihre Gewandung Probe trug, da waren wir doch alle begeistert und zu diesem Zeitpunkt stand für mich fest:
Ich gehe zünftig gewandet zum Markt.

Der Markt ist der Mittelalter-und Handwerkermarkt am 25.-und 26. August 2012 im La Vie in Münster Gievenbeck. Ich freue mich schon riesig darauf.

Mit der lieben Starthilfe von Denise bin ich dann auf die Seite Gewandungen.de (heißen Dank an Gabriele Klostermann) gestoßen und habe mich zuerst einmal informiert, denn ich wollte nicht irgendeinen Schnickes nähen, sondern ich wollte im Punkt der Authentizität nicht ganz im Abseits landen.

Also habe ich mich für ein Unterkleid nach diesem Schnittprinzip entschieden. Da das Bauernleinen meiner Großmutter sehr breit gewebt ist, ist das Kleid auch etwas breiter geworden, als es für meine Figur hätte sein müssen. Aber ich wollte so wenig Verschnitt wie nur möglich haben und kein Tuch vergeuden.

Und so sieht es nun aus. Mit Inhalt sozusagen. Dafür, das ich noch nie ein Kleidungsstück genäht habe, ist es ganz gut geworden. Selbstverständlich ist es knöchellang aber meine skandalös angemalten Zehennägel konnte ich doch nicht verbergen. *grins*
Ich habe mich hier auf komplettes Neuland gewagt, denn ich habe vorher noch nie Kleidung genäht und ich habe auch noch nie sooo viele und soooo lange Nähte mit der Hand genäht............und versäubert.
Die Gehren an der Seite, die mir das Laufen erleichtern sollen, habe ich direkt unter den Achseln angesetzt.
Die Naht der Ärmel ist (wie heutzutage üblich) unten gelegen. Zur damaligen Zeit (ca. 1230) waren die Ärmel auf der Rückseite zugenäht. Das habe ich aber leider in dem Augenblick mit meinem Köpflein nicht in Einklang bringen können und da ich keine nervliche Zerüttung riskieren wollte, habe ich mich für die einfache Variante entschieden.
An der Unterkante des Kleides habe ich über den Saum noch einen zweiten Saum als Stoßkante angenäht. Dazu habe ich Abfallstücke vom Zuschneiden mit schwarzen Tee (hatte nix anderes da) braun gefärbt und dann mit feinen Stichelchen angenäht. Ich finde diese Stoßkante sehr praktisch, weil sie zum Einen nicht so leicht anschmuddelt und weil sie zum Anderen mühelos zu entfernen und zu ersetzen ist, wenn der Saum durch den Gebrauch ausfranst. So wird das eigentliche Kleid geschont.
Nun bin ich sehr zufrieden mit dem Kleid. Darüber werde ich einen ärmellosen Überwurf aus Wolle ziehen.
Der Überwurf ist gerade "in der Mache". Abends spinne ich das Garn dafür und über Tag (so denn die Zeit dafür bleibt) verwebe ich das fertige Garn. Da das Wetter im Moment mitspielt werden die gewaschenen Stränge auch ratzfatz trocken.

Bitte geschüttelt und nicht gerührt.........

Heute wird Erde auf dem Nachbargrundstück angefahren und verteilt. Und jetzt wird der Boden mit einem Monsterrüttler verdichtet.
Ich kann Euch sagen. Das ganze Haus vibriert, die Gläser klirren und beben und das macht ein total ekeliges Gefühl im Bauch.
Meine Zähne klimpern und klirren, meine Knochen dröhnen und meine Eingeweide schwippen und schwappen herum.
Aber am Schrecklichsten ist, daß der Arbeiter nicht einfach durchmalocht, sondern das Ding andauernd an und wieder aus macht. Beim Ausmachen schüttelt sich das ganze Haus noch einmal heftig durch und dann habe ich zwei Sekunden um aufzuatmen. Danach geht das verfluchte Ding wieder an und macht mich fertig.
Das Blöde ist, daß meine Mädels auch hier sind. Emma ist krank und hat Fieber, so das es ihnen genauso geht wie mir. Ich habe sie in unser Wasserbett geschickt. Sie meint, daß dort nix schwippt und schwappt. Nun ja.
Ein Gutes hat es ja. Um vom Eßzimmer in die Küche zu kommen muß ich nicht laufen. Ich bleibe einfach stehen und die Vibration bewegt meine Füße und mich langsam aber sicher in die Küche. *gnarf*

Sonntag, 1. Juli 2012

Es ist fertig!!!

Juhuuuuu!!! Hach! Gerade habe ich den letzten Stich genäht und nun wird es gewaschen und gebügelt.
Was? Ach so! Hatte ich noch gar nicht erwähnt. Ich habe die Nadel geschwungen und eine Cotte genäht für einen Mittelalter-und Handwerkermarkt Ende August. Fotos gibt es später, denn erst muß es gewaschen werden.
*dummdiiiidummmm*

Sodele, jetzt kann ich anfangen zu spinnen, denn ich brauche noch einen Überwurf ohne Ärmel mit Nestelschnüren an den Seiten aus Wolle zum darüberziehen.