Freitag, 24. Februar 2012

Kinder......Großmutter......Puppenkinder.......

Gestern waren wir zu Besuch bei meinen Schwiegereltern. Mein Schwiegervater wurde 76 Jahre alt und das mußte mit Kaffee und Kuchen gefeiert werden.

Nach dem Kuchen, führte mich meine Schwiegermutter in das Obergeschoß, denn dort lag der gesamte Inhalt eines grooooßen Wandschrankes im Raume, weil ein Heizungsrohr geplatzt war und man nun an die Leitungen heran mußte. Ich sollte schauen, ob ich etwas gebrauchen könne.

Es waren genau die Dinge, die zum Wegwerfen noch vor 40 Jahren zu schade waren und danach nie wieder benutzt wurden. Viel Gerümpel lag herum, aber mitten im Gerümpel fand ich ein kleines Puppenkind.

Gisela, die Puppe meiner Schwiegermutter schaute mich an. Natürlich mußte ich sie sofort anziehen und meine Schwiegermutter schleppte ein Beutelchen mit alten Puppenkleidern an.
Angezogen, sah sie schon viel besser und glücklicher aus.

Und dann kam meine Emma. Sie kam, sah und machte: "Oooooooooooohhhhhh ist die aber schön!" Und da sah die Oma ihre Chance, eine neue Puppenmami für ihre Gisela zu finden.
Und so wanderte sie in den Besitz meiner überglücklichen großen Maus.
Meine, nicht ganz so glückliche kleine Maus, die ein wenig später ins Zimmer trat fand nach längerer Suche noch ein kleines Schildkröt-Püppchen und durfte diese dann behalten. Zwar ist sie ein wenig traurig, weil Emma die schöne große Puppe bekommen hatte, aber sie hält sich tapfer.
Aber so ist es nunmal. In der Kindheitszeit meiner Schwiegermutter hatte ein Mädchen zumeist nur eine einzige Puppe und keine drei oder vier.

An der kleinen Puppe mußte ich die Beine wieder anmontieren und habe etliche Liter Flüssigkeit bei dem ersten mißlungenen Versuch gestern ausgeschwitzt. Heute Morgen, ohne gute Ratschläge meines Schwiegervaters und der besorgten Dauerbeschallung durch meine Inge ("Klappt es Mama? Oooh, schon wieder nicht! Wieso klappt das nicht? Mama, das schaffst Du bestimmt. Ist sie schon fertig? Oh, ein Bein ist schon dran!") hat es dann geklappt und ich bin sehr zufrieden. Ein Hoch auf die alten Miederhakenösen aus dem Fundus meiner Oma und auf Gummiband.

Ich selber durfte eine schöne Kaffeekanne, die ehmals meiner Schwiegeroma gehörte, mit nach Hause nehmen. Sie stand schon im Karton für die Diakonie. Aber das geht nicht. So ein schönes Stück, darf nicht einfach die Familie verlassen.

Kommentare:

  1. Oh, wie schön!
    Ich hatte auch so ein kleinen Püppchen, das sah beinah genauso aus.
    Es wurde liebevoll auf den Namen "Flipper" getauft. Und als ich ihm die Fingernägel schnitt, wollten sie einfach nicht mehr nachwachsen. Immer, wenn Flipper mir die Hand gab, schaute ich in verstümmelte,winzige Röhrenfinger, in die man wunderbar alle merkwürdig spitzen Dinge stecken konnte. Aber das brauchst Du Deiner Kleinen ja nicht erzählen...
    Ich wünsch Euch viel Spaß mit diesen alten Schätzen!

    Liebe Grüße

    Alva

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  2. nicht nur zur zeit deiner schwiegermutter gabs weniger puppen! ich hatte zwei. eine hab ich aehnlich "verstuemmelt" wie Alva, ich habe sie geschminkt, was aber nicht mehr abging (leider eher farah diba look als dezent:)). das baby - mochte ich nie wirklich, also blieb es heil. bis mein sohn eine "ich versteck mal mein essen, was ich nicht mag" attacke hatte. bis wir merkten, was los war, rotteten brote und bananen auf meinen puppen in der deckenkiste. danach waren sie so eklig, dass sie in den muell wanderten....
    und vielleicht kannst du ja die kleine puppe fuer die kleine maus damit ein bisschen wettmachen, dass du ihr ein besonders schoenes kleidchen machst???
    irische gruesse
    Bettina

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  3. Hach,so ein großes Puppenkind hatte ich auch.Meine hieß Jutta.Schön das Deine Schwiegermutter sie noch hat. Wo meine geblieben ist , weiß ich nicht.
    Deinen Töchtern viel Spaß damit.
    Liebe Grüße
    Floh

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  4. Ich bin keine Puppenliebhaberin...die hübsche Kanne gefällt mir umso besser.

    Viel Freude an Deinen Fundstücken!

    ♥liche Grüße, Gisela

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  5. Ja, so alte Sachen sind wunderbar und sollten im Familienbesitz bleiben. Ich habe eine alte Waschschuessel mit Kanne von meiner Urgrossmutter. An der Schuessel ist ein kleines Stueck am Rand abgesplittert, aber das habe ich nach hinten gedreht und das wunderschoene Set schmueckt die Kommode in meinem Schlafzimmer.

    Liebe Gruesse

    Rena

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  6. Liebe Juliane, diese drei Schätze würde ich Dir sofort abschwätzen. Ich finde es toll, dass Deine Mädchen der Oma das tolle Gefühl geben konnten, dass ihr Leben weiter lebt. In meinen Augen sind Erinnerungen das wertvollste was man zwischen Menschen weiter geben kann.
    Macht Euch ein wunderschönes Wochenende. LG Kirsten

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  7. ah, die püppchen....aber der eigentliche schatz ist diese kanne. was für eine schönheit! <3

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  8. Schön Erinnerungen so sinnvoll weiterreichen zu können. LG Anke

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