Freitag, 11. Mai 2012

Meine Wollkämme

Gestern hat mir mein göttlicher Göttergatte zwei dringend benötigte Wollkämme in seiner Werkstatt gefertigt.
Hach! Ich bin ja soooo begeistert. Diese kleinen wunderschönen Löckchen zu kämmen ist jetzt überhaupt kein Problem mehr. Und nachdem ich auf y**t**be zwei gute Videos zur richtigen Kämmtechnik angeschaut habe, kann ich das Kämmen auch ohne großen Kraftaufwand betreiben. Kurzum: Wolle kämmen macht Spaß.
Für die Kämme haben wir uns eine 18mm starke Multiplexplatte besorgt. Sie war so klein (weniger als DinA4) , das sich Herr Blechbläser ein wenig geschämt hat, sie im Baumarkt aus einer großen Platte schneiden zu lassen. Außerdem haben wir noch eine Kiste voll mit Nägeln (nicht rostfrei) in der Stärke 4,2mm x 120mm gekauft. Leider gab es diese Nägel nicht als Einzelware zu kaufen. Aber so haben wir noch ein paar Nägel übrig um unsere Kinderschaukeln für Taubenfüße unattraktiv zu machen.
Herr Blechbläser hat dann die Form mit einer Stichsäge aus der Platte ausgeschnitten (Größe Kammteilteil: 15cmx5cm; Größe Stiel: 15cmx3cm) und die Kanten schön sauber rundgefeilt. Dann hat er jeweils 25 Löcher gebohrt (seitlicher Abstand jeweils 10mm, Abstand zur hinteren Reihe 15mm) mit 4mm Stärke gebohrt und mit einem Senker dafür gesorgt, das die Nagelköpfe sich schön plan ins Holz senken und nicht herausstehen. Die hintere Nagelreihe steht versetzt zur vorderen Nagelreihe. Nägel durch die Löcher geschlagen. Fertig. Sitzt bombenfest und die Zinken sind recht gerade geworden. 4mm vorbohren war notwendig, weil die Nägel mit 3,5mm Vorbohrung nicht durchzuschlagen waren ohne das das Holz splitterte.
Wir haben uns für die rostende Variante der Nägel entschieden, weil es günstiger war und ich die Wollkämme eh nicht einem Feuchtraum aufbewahre und ich davon ausgehe, das sie durch das Wollfett ständig einen Fettfilm aufliegen  haben. Falls das doch nicht taugt, werde ich nachberichten.
Mittels Schraubzwinge kann ich nun einen Kamm an den Tisch klemmen und stationär kämmen.
Oder ich habe beide Kämme in den Händen und Kämme frei aus der Hand. Beides klappt sehr gut, wobei die Kämme keine Leichtgewichte sind.
Auf jeden Fall bin ich im Moment hochzufrieden und kämme gerade einen Kammzug nach dem Anderen.

Kommentare:

  1. Gute Wollkämme sind normalerweise schweineteuer - da hat sich die Anschaffung des handwerklich begabten Mannes ja schon rentiert ;-)

    Viel Spaß, ich liebe das Kämmen mit dem Wollkamm auch sehr (meine habe ich von Frau Flaskamp von ketteundschuss.de). Gerade bei Locken fühlt man mit jedem einzelnen Strich, wie sich die Fasern ordnen und es plusteriger wird. Einfach toll.
    Ich habe einmal einen ganzen Urlaub lang abends vor der Ferienwohnung gesessen und nach und nach ein Gotland-Vlies gekämmt. Das wäre mit der Kardiermaschine natürlich viel schneller gegangen, aber so war es schöner und die Erinnerung viel intensiver.

    Hab weiterhin viel Spaß mit den traumhaften Locken!

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  2. danke für den supertip..werde ich ähnlich ausprobieren.l iebe grüße wiebke

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  3. Danke für die Anleitung. Ich werde deinen Post demnächst meinem Mann zeigen. Ich hör ihn jetzt schon vor sich hin brummen.
    LG Elke

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  4. Nice combs!! It sounds like you are enjoying them and the fiber that you have on them looks like it would be fun to work with.

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  5. Oh da kann man richtig fühlen, wieviel Freude du beim Kämmen hast! Die sehen richtih gut aus und auch noch zum Anzwacken!
    Ich habe auch einen Sack voll Locken und ratlos davor gestanden, weil er mir zu schade erschien zum Kardieren.Das wäre vielleicht eher eine Option! Leider habe ich keine Erfahrung mit den Kämmen. Vielleicht sollte ich....
    Liebe Grüße

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  6. Mit den Wollkämmen hast meine Holde auf Ideen gebracht... Sie hat von mir einreihige bekommen, was ja nur halb so gut ist, mit der halben Zinkenzahl hat frau ja die doppelte Arbeit. Wenn ich die Zweireiher jetzt nachbau', legst Du Dir dann dreireihige Kämme zu?
    Liebe Grüße
    Andreas

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  7. @Andreas: Neee, keine dreireihigen. Das ist zuviel. Ich überlege gerade daran auf eine Reihe zu reduzieren oder noch einmal einen zweireihigen zu machen, bei dem der Zinkenabstand geringer ist.

    LG von Juliane

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  8. ohhhhhhhhhh wie schöööööön,
    da bekommt mein mann jetzt auch was zu tun, lächel.
    lieben dank für die bauanleitung hier.
    das ist doch mal was, wieder ne menge geld gespart auf diese art und das kann in wollkauf ;-) umgesetzt werden, ;-)

    ein grüßle und viel freude beim kämmen wünscht dir flo.
    ps. ich such mal weiter hier auf deinem blog, hab zum 1. mal rohwolle bestellt und schaue mal ob du hier was zum thema...rohwolle waschen usw... gepostet hast

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  9. Oh toll, danke für das informative Post! Ich möchte gerade mit dem Handspinnen anfangen und bin ein bisschen umgekippt, als ich die Preise für Kämme usw gesehen habe! Mit Holz kann ich aber ganz gut umgehen, jetzt weiß ich, was ich al nächstes bastle :o)

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  10. Sind die Nägel einfach von der Rückseite eingeschlagen? Mangels handwerklich interessierten Mann, muss ich sie mir selbst anfertigen.

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    1. Hallo Karin, mein Mann hat die Löcher für die Nägel vorgebohrt, damit ihm das Holz beim Durchschlagen nicht platzt. Er hat dabei einen Bohrer genommen, der 1mm dünner war als die Nägel. Das hat gut gepasst.

      Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.

      LG von Juliane

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    2. Danke! Werde ich umgehend angehen ;-)

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